Das künstliche Kniegelenk

Diese Operationen werden im bewährten klassischen Standardverfahren, aber auch computerunterstützt navigiert und/oder minimal invasiv ("Schlüssellochchirurgie") durchgeführt. Am Krankenhaus Gersthof werden jährlich ca. 450 Gelenksersatzoperationen erfolgreich vorgenommen.
Das Operationsprinzip eines künstlichen Kniegelenkes, implantiert mit Computerunterstützung, Navigation und bandspannungskontrollierter Operationstechnik wird in den folgenden Darstellungen erklärt:
An zusätzlicher apparativer Ausstattung ist bei der computerunterstützten Operationstechnik (System GALILEO der Firma Smith und Nephew) eine Navigationseinheit, eine computergeführte Sägeschnittlehre, ein Bandspanner und eine Computereinheit erforderlich.
  Navigation Einheit - Mit der Navigationseinheit werden die Beinachsen in den drei Raumebenen bestimmt und die Prothesengröße für das neue Gelenk festgesetzt.
  Computergeführte Sägeschnittlehre - Die
computergesteuerte Sägeschnittlehre führt die Schnittlehre in die korrekte Position für den jeweiligen Knochenschnitt.
  Bandspanner - Mit dem Bandspanner können unterschiedliche Bandspannungswerte für den Beugespalt und den Steckspalt exakt ermittelt werden.
  Computereinheit - Die Computereinheit ist die zentrale Steuerungseinheit: Über das Display wird der Operateur über die errechneten Werte hinsichtlich Prothesengröße, Prothesenposition, erzielte Beinachse und Bandstabilität informiert.

Die einzelnen Operationsschritte sind nun skizzenhaft im Folgenden erklärt:

  Balancierung in Streckung - Nach Durchführung des Schienbein- schnittes wird mit dem Bandspanner die Bandspannung für das innere und äußere Seitenband festgelegt und die Beinachse in Geradestellung gebracht.
  Balancierung in Beugung
Danach wird in Beugestellung die Bandspannung festgesetzt.
  Planung der Oberschenkel Prothese
Nun erfolgt der Planungsschritt für die neue Oberschenkelprothese hinsichtlich ihrer optimalen Größe und Position
  Hinterer Oberschenkel Schnitt
Nachdem nun die Prothesengröße und Prothesenposition unter idealer Bandspannung festgelegt wurde, erfolgt nun der hintere Knochenschnitt am Oberschenkelknochen.
  Übertragung der Beugespaltbreite auf den Streckspalt
Nachdem nun eine ideale Beugespaltbreite für die spätere Aufnahme der Prothese festgelegt wurde, muss auch für den Streckspalt ein gleiche Spaltbreite festgelegt werden. Diese Synchronisierung des Beuge- und Streckspaltes stellt den letzten wichtigen Operationsschritt dar. Danach erfolgt die Implantation des neuen Gelenkes.
Das künstliche Gelenk besteht aus drei Teilen:
   einer Oberschenkelprothese
   einer Schienbeinprothese
   einem dazwischen gesetzten Medizinkunststoff (Polyäthylen)
in Form einer rotierenden Plattform.
Bei der MINIMAL INVASIVEN OPERATIONSTECHNIK wird ein wesentlich kleinerer Zugang gewählt.
Diese Technik kann sowohl mit als auch ohne Navigation durchgeführt werden. Durch den kleineren Zugang wird vorzugsweise die Navigationstechnik angewandt, da man die reduzierte visuelle Einsichtbarkeit durch die Zuhilfenahme der Navigation sehr gut ausgleichen kann. Diese Technik ist aber heute noch nicht für alle Kniegelenke geeignet, speziell bei großen und achsdeformierten Gelenken.
©Euromsoft